1967 – 1975

Die Jahre 1967 – 1975 | Oberbrandmeister Walter Sohns

1967 muss ein neuer Wehrchef gesucht werden. Heinrich Bruns konnte die notwendigen Lehrgänge an der Feuerwehrschule Celle aus beruflichen Gründen nicht besuchen. Als neuer Ortsbrandmeister wird Walter Sohns gewählt. Und Willi Ahlwes – seit 48 Jahren aktiv in der Lühnder Wehr, davon 27 jahre an der Spitze – wird zum Ehren-Oberbrandmeister und später auch zum Ehren-Unterkreisbrandmeister ernannt. Ende August beschließst das neue Kommando: Die Lühnder Feuerwehr beteiligt sich an der Gründung des Spielmannzuges, den die Fahnen tragenden Vereine ins Leben rufen wollen.

Walter Sohns

1968 rückt die Wehr zu zwei Löscheinsätzen aus: Am 21. August brennt es in der Algermissener Ziegelei, am 16. November geht in Wätzum die Scheune des Gemeindebrandmeisters Rühmkorf in Flammen auf.

1969 erhält die Wehr ihre ersten zwei Sprechfunkgeräte. Die Gemeinde schafft zudem drei schwere Atemschutzgeräte an. Am 26. September wird die Wehr erneut zu einem Feuerwehrkameraden alarmiert: ln Algermissen brennen Scheune und Stallungen des Unterkreisbrandmeisters Heinz Engelke.

1970 steht in Lühnde die Gaststätte Selle in Flammen. Es ist der Abend des 13. April, ein Montag – Ruhetag. Kein Mensch ist in den Raumen. Die Lühnder Einsatzkräfte werden von den Wehren aus Algermissen, Bledeln, Wehmingen und Wätzum unterstützt. Vier weitere Wehren stehen in Bereitschaft. Die Löschmannschaften können ein Übergreifen des Feuers auf den Saal der Gaststätte verhindern und sogar das Mobiliar und die Getränkevorräte retten. Fünf Manner werden bei dem Einsatz leicht verletzt.

1971 versucht die Wehr, ihre Wettkampfgruppe zu stärken. Neue junge Kameraden müssen sich mit dem Eintritt in die Wehr zur Teilnahme an den Übungen und Wettkämpfen bereit erklären.

1972 feiert die Wehr vom 4. bis 6. August ihr 70-jähriges Bestehen mit einem Fackelzug am ersten Abend, einem Kinderfest mit Ponyreiten und abendlichem Ball am zweiten Tag und einem von vier Kapellen und zwei Spielmannszügen begleiteten Umzug durchs festlich geschmückte Dorf am dritten Tag. 40 Wehren mit 450 Feuerwehrkameraden nehmen daran teil. Knapp zwei Wochen später, am 22. August, muss die Wehr nach Wehmingen ausrücken. Nach einem Blitzschlag brennt die Scheune des Landwirts Skiba.

1973 wird die Wehr am 31. Mai erstmals zu einem Öl-Einsatz gerufen. Aus einem defekten Tank läuft Heizöl in den Abwasserkanal und durch den Graben an der Wätzumer Straße auf die Alpe zu. Nach starkem Regen müssen die Ölsperren bereits am nächsten Tag erneuert werden. Am 25. Juli stellt die Gemeinde Lühnde ihre Pläne für den Bau eines Sportzentrums mit Feuerwehrgerätehaus und Unterrichtsraum vor. Wegen der angespannten Finanzlage wird auch die Freiwillige Feuerwehr zur handwerklichen Eigenhilfe aufgerufen.

1974 wird am 21. Februar das Neubaugebiet Lühnder Herz eingeweiht. Am 1. März tritt die Gebietsreform in Kraft. Damit wird Lühnde Teil der Gemeinde Algermissen. Die Feuerwehr erhält eine neue Mustersatzung und wird in den Bereitschaftszug der Gemeinde Algermissen eingegliedert. Der bisherige Lühnder Gemeindebrandmeister Walter Sohns wird als Ortsbrandmeister wiedergewählt.

1975 wird der sonnabendliche Probealarm am 31. Mai erstmals über Funk von der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Groß Düngen ausgelöst. Am 4. Juli beschließt die Lühnder Wehr die Gründung einer Jugendfeuerwehr, wartet in diesem Jahr aber vergeblich auf die Zustimmung der Gemeinde. lm Dezember kauft die Gemeinde Algermissen ein neues Tanklöschfahrzeug (TLF 16). Da die Algermissener Wehr ihr altes LF 16 behalten will, soll das TLF in Lühnde stationiert werden – wenn das Gerätehaus benutzbar ist. Bis dahin wird der Wagen vorläufig in Wätzum untergestellt. Am 10./11. und 13./14. August wird die Wehr beim großen Heidebrand in der Feuerwehrbereitschaft eingesetzt.


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