1994 – heute

Die Jahre 1994 – heute | Ortsbrandmeister Ekkehard Lütke

1994 tritt Ortsbrandmeister Roth wie angekündigt aus beruflichen Gründen zurück. Zum Nachfolger wird Ekkehard Lütke gewählt. Im Februar beschließt das Gemeindekommando auf der Dienstversammlung: Die geplante Ersatzbeschaffung für das jetzt 14 Jahre alte Lühnder TSF wird von 2000 auf 2004 verschoben. Erst danach soll ein LF 8 angeschafft werden, das der Lühnder Wehr erstmals für 1984 und später für 1992 versprochen worden war.

Ekkehard Lütke

Die Ausbildung wird um neue Aufgaben erweitert. Auf dem Dienstplan stehen erstmals Abseilen aus der Höhe und der Umgang mit Dioxinen und radioaktiven Stoffen. Am 10. Oktober wird nach achtjähriger Pause eine neue Jugendfeuerwehr gegründet. Am 27. Dezember gibt es – wie schon 1979 – einen Fehlalarm bei der Gaststätte Platz. Alle Wehren der Gemeinde rücken an – nur die Lühnder nicht. Ein Unbekannter hat ihren Funkrufnamen benutzt, um den angeblichen Brand der Einsatzleitstelle zu melden. So bleibt die Sirene der vermeintlich Alarm auslösenden Ortswehr stumm.

1995 werden die Alterskameraden Heinrich Grefe (Tischler) und Heinrich Grefe (Maler) mit einer Ehrennadel für die 60-jährige Mitgliedschaft in der Lühnder Wehr ausgezeichnet. Das Gerätehaus erhält zwei total verglaste Sektionaltore und eine neue Eingangstür. Das TSF wird mit zwei weiteren Alu-Steckleitern aufgerüstet und verfügt damit wieder über eine vierteilige Leiter. Am 17. Juni veranstaltet die Lühnder Wehr einen großen Tag der offenen Tür mit Lösch- und Rettungsvorführungen. 14 Feuerwehrfahrzeuge sowie zwei Rettungswagen sind zu sehen, das Algermissener DRK ist mit einem Infostand dabei. Im November kommt der bisher in Algermissen stationierte Schlauchwagen SW 1000 des Landkreises nach Lühnde.

1996 wird der Feuerwehr die Überprüfung privater Feuerlöscher von der Gemeinde endgültig verboten. Die Wehr darf die seit 18 Jahren erfolgreiche Aktion auch auf Privatgelände nicht fortführen. Am 21. Dezember wird die Wehr nach Algermissen alarmiert: Scheunenbrand bei Bauer Ernst. Bei minus 16 Grad müssen einige Kameraden wegen Durchnässung und Unterkühlung vorzeitig abgezogen werden.

1997 feiert die Lühnder Wehr vom 2. bis 4. Mai mit Ausmarsch (22 Gruppen), Kinderfest und Festball ihr 95-jähriges Bestehen. Danach ist die Wehr nicht mehr die alte Männerriege, denn während des Festes geben auf einen Schlag 13 Frauen ihre Aufnahmeanträge für den aktiven Dienst ab. Fünfmal muss die Wehr in diesem Jahr Ölspuren beseitigen. Am 17. April zünden Brandstifter Grababstützmaterial hinter der Friedhofskapelle an. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr kann der Brand mit Gießkannen gelöscht werden, bevor die Flammen auf den Dachstuhl übergreifen. Doch die Kapelle ist nicht mehr benutzbar. Die Kirchengemeinde entschließt sich zum Neubau, der zwei Jahre später, am 14. November 1999, eingeweiht wird.

1998 ist die Jugendfeuerwehr so erfolgreich, dass 27 Monate nach der Neugründung ein Aufnahmestopp verhängt wird. Am 26. September lädt die Feuerwehr zu einem Kartoffelfest ein, das wegen des großen Erfolgs auch 1999 veranstaltet wird. Fünfmal muss sie in diesem Jahr zu Hilfseinsätzen ausrücken.

1999 wird der neue Dienstgrad Erster Hauptfeuerwehrmann eingeführt (drei Sterne). Die Lühnder Wehr kauft von der Berufsfeuerwehr Hannover einen VW-Bus (Baujahr 1992) als Mannschaftstransporter. Er wird auf Kosten der Wehr repariert und von Opel-Schmidt kostenlos neu lackiert. Die Unterhaltskosten trägt die Gemeinde. Beim Kartoffelfest am 25. September wird der MTW offiziell übergeben. Mit dabei ist auch Pastor Günter Albrecht. Er steht der Wehr künftig als Notfallseelsorger bei. lm Februar wird eine zweite Sirene in Betrieb genommen. Sie ist im November 1998 auf dem Schornstein der Schule installiert worden. Am 8. Juni schrillt sie um 1.30 Uhr: Zwischen Bolzum und Wätzum soll eine Ölspur abgestreut werden. Als die Wehr ankommt, ist sie längst abgetrocknet. Bei einem Verkehrsunfall an der Wätzumer Kanalbrücke am 6. Februar und bei einem Autobrand an der Ummelner Pforte am 18. Mai sind zwei Kameraden schneller als die alarmierte Wehr: Beim ersten Mal ist das Auto schon abgeschleppt, beim zweiten das Feuer bereits mit zwei Eimern Wasser gelöscht. Bis Jahresende gibt es vier weitere Brandeinsätze. Am 8. August steht das Clubhaus am Ummelner Sportplatz in Flammen, am 17. August das DRK-Heim in Sarstedt. Da die alte Sirene am Alex defekt ist, werden bei beiden Einsätzen nur die Kameraden im Oberdorf alarmiert. Am 22. Oktober quillt starker Rauch aus einem Haus am Bolzumer Busch – auf einem unbeaufsichtigten Herd sind Kartoffeln verkohlt. Topf runter, Herd aus – damit ist der Einsatz beendet. Am 3. Dezember muss in Lühnde noch ein Schornsteinbrand gelöscht werden.

2000 ist das Jahr der Expo in Hannover. Die Lühnder Feuerwehr gehört zur Bereitschaft und ist für einen Katastrophenfall mit dem Schlauchwagen eingeplant. lm Juni beantragt der TuS bei der Gemeinde die Aufstockung des Gerätehauses. Achtmal wird die Wehr zu Hilfe gerufen, allein vier Öl-Einsätze sind darunter. Am letzten Tag des Jahres muss an der Ummelner Pforte ein brennender Apfelbaum gelöscht werden.

2001 bewährt sich die Lühnder Wehr erneut als Ölbekämpfungsdienst: Von Februar bis Oktober müssen sieben Olspuren beseitigt werden. Am 31. Mai schlägt ein Blitz in die Scheune von Beitzen ein, Strohballen gehen in Flammen auf. Am 23. August wird eine brennende Wiese auf dem Mühlenberg gelöscht. Am 29. September fordert Sarstedt den Schlauchwagen an: Der Repo-Markt brennt. Auch tierische Einsätze sind wieder verzeichnet: Eine Katze wird zum Tierarzt gebracht, eine andere tot geborgen. Am 1. Oktober beantragt die Wehr bei der Gemeinde ein LF 8 als Ersatz für das 21 Jahre alte TSF, das schon stark om Rost befallen ist. Die auf 2004 verschobene Ersatzbeschaffung soll nun auf 2003 vorgezogen werden. Am 15. Dezember wird die alte Ziegler-Tragspritze von 1984 durch eine neue TS8/8 ersetzt.

2002 muss am 31. Januar Bledeln evakuiert werden. Am Hassel, nahe der Autobahn, ist eine 1,6 Tonnen schwere Luftmine aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Die Wehren der Gemeinde Algermissen richten einen Pendelverkehr ein und bringen die Bürger für die Zeit der Minen-Entschärfung in die Lühnder Grundschule. Vor dem Gerätehaus wird die Einsatzleitstelle stationiert, drinnen werden die Helfer der anderen Wehren von den Lühnder Kameraden verpflegt.

Am 13. April wird Lühnde wieder zur Wettkampfstätte der Feuerwehren. 28 Gruppen haben sich zum Wettstreit um den Jubilaumspokal angemeldet. Vom 19. bis 21. April richtet die Freiwillige Feuerwehr Lühnde das Dorfgemeinschaftsfest aus und feiert ihr 100-jähriges Gründungsjubiläum. Der in Lühnde stationierte Schlauchwagen soll in diesem Jahr durch einen SW2000 mit doppelter Schlauchmenge ersetzt werden.


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